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Quelle Buch :Hasbergen ein Jahrtausend Gemeindegeschichte von Kurt Müsegades von 1974 herausgegeben von der Gemeinde Hasbergen
Seite 18 : Vor vielen Jahrzehnten hatte der aus Bungerhof stammende Dorfmusikant Hermann Fink die alten Verse niedergeschrieben und eine Delmenhorster Zeitung hatte sie gedruckt ( Zeit nicht mehr feststellbar)
Jan Hinnerk Hemmelskamp, lüttje Mann,treckt dickn Corssen sein Holschen an, Krischan Hinnerk Corssen, Kaspelvogt , Jan Dierk Cossen spält Vigelinen, Hermann Corssen Fleutenrock, Willem Cossen wer väl rieker, Willem Corssen , lüttje, Kaiser
 
Seite 180: Bauregister im Oldenburger  Staatsarchiv vom Mai 1647. Die Bauerschaft zählte immerhin 18 ganze Bauer, von denen aber fünf den Vermerk „klein“ tragen; bei einer ist zusätzlich vermerkt „abgebrannt“ Die Namen der Inhaber lauten : Runge, Kruese, Müller, Staffhorst, Schröder, Costen, Plump,Lange, Wiggerß, Hemmelskamp, Ocker, Windelß, Barre und Mester. Die Bauerschaft Schohasbergen hatte neun ganze Bauer, 2 halbe Bauer und 5 Kötereien sie wurden bewirtschaftet von Costen, Mohrmann, Barre und Runge. 1731 Als Köter sind aufgeführt in Deichhausen Lampe, Sosat, Woltjen, Kosten, in Brandhöfe: Kosten Barre, Meyer, Schmidt, Mohrmann, Bödekers
 
Seite 228 : die Hasberger Wassermühle 1866 wurde sie von dem Müller Strodthoff an Johann Hinrich Buckmann aus Hasbergen verkauft. Dessen Familie behielt sie mehrere Jahrzehnte in Händen 1899 brachen sie die nicht mehr zu verwendenden Walkmühle ab, die 1852 noch zusätzlich einen Lohgang erhalten hatte. Bald darauf verpachteten sie die Kornmühle an Cordes Hasbergen. In den letzten Jahren nach dem ersten Weltkrieg erwarb dann die DEL. Wasseracht die Mühle.
 
Seite 309: Teil des französischen Imperiums Napoleon erklärte am 13.12.1810, unsere Heimat zum 129 Department Frankreichs. „Das Department des Bouches du Weser „ Es war eingeteilt in Arrondissement. Eines davon war das Arrondissement Oldenburg, das sich wiederum in Cantone gliederte. Der 10 Canton war Delmenhorst eingeteilt in die Mairien ( Gemeinden) Del, Ganderkesee, Hohenböcken, Schönemoor, Stuhr. Das bisherige Kirchspiel Hasbergen war die Marie Schönemoor zugeschlagen worden. An der Spitze einer Maire stand ein Maire ( Bürgermeister) Maire der Marie Schönemoor war der Besitzer von Gut Nutzhorn von dem Busche, sein vertreter hieß Wübbenhorst. Beraten wurde er von so genannten Municipal Räten. Nach einem Handbuch aus jener zeit hießen diese im ehemaligen Hasberger gebiet C.F.Plate, J.F.Cordes war Baumann und Korkfabrikant in Bungerhof . Man sieht das die Franzosen auch in Hasbergen die angesehensten Einwohner mit diesem Amte betraut hatten. Die Verwaltungseinheiten wurden geändert. Hasbergen hatte zu der Zeit 285 Einwohner und Schohasbergen 157 Einwohner. Jetzt wurden die Zivilstandsregister eingeführt.( Als Ahnenforscher freue ich mich da sehr drüber- Lach-)
Seite 321 Propfenschneider Viele der Hasberger Bauern übten eine zweite Tätigkeit  aus, um ihr Einkommen zu verbessern. Neben dem Spinnen oder der Tuchmacherei spielte seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts die Pfropfen- oder Kork­schneiderei in Hasbergen eine große Rolle. Hier ist die erste deutsche Korkschneiderei in Deutschland über­haupt nachweisbar — ihr Beginn läßt sich auf das Jahr 1730 festlegen. Der Oldenburger Hauskalender des Jah­res 1789 berichtet folgendes: „Vor ohngefähr 60 Jahr ließ sich Cordes, mein Ur Ur Ur... Großvater siehe Stammbaum Wilhelm Cordes  gebürtig aus Beckeln im Amte Har­pstede, zu Stuhr heuerlich nieder, dessen Sohn Frie­drich in des Nachbarn Friedrich Hoyers Hause vielen Umgang hatte und bey dieser Gelegenheit das Pfropf­schneiden von selbigem, welches er für den Kaufmann Hensch in Bremen betrieb, erlernte.“ Friedrich Cordes ließ sich einige Jahre später in Has­bergen nieder und betrieb das neu erlernte Handwerk mit seinen sechs Söhnen auf eigene Rechnung. Sie ver­sorgten eine Bremer Weinfirma mit Korkstopfen, die in Heimarbeit hergestellt wurden. Das Korkholz kam aus Spanien oder Portugal per Schiff nach Brake oder Lemwerder und wurde dort von Cor­des abgeholt. Die Heimarbeiter bezogen ihrerseits den Rohstoff zentnerweise bei Cordes. Sie waren abends oft stundenlang mit der Korkschneiderei beschäftigt, besonders in den dunklen Wintermonaten. Der Betrieb von Friedrich Cordes vergrößerte sich dank der steigenden Nachfrage ständig. Apotheker, Weinhändler und Bierbrauer gehörten zum Kundenstamm der Firma; und besonders mit dem Ausbau der Eisenbahnlinien konnte der eigene Handeisbereich im­mer weiter ausgedehnt werden. Nach dem Tod Cordes‘ führten seine Söhne den Be­trieb erfolgreich weiter, vier von ihnen in Hasbergen, die anderen beiden zogen nach Deichhausen und Iprump. Die Arbeit wird in der zeitgenössischen Quelle folgen­dermaßen beschrieben:
„Versteht einer sein Handwerk gut, kann er in einem Tage aus Kork-Plancken, die noch nicht in kleine Stücke geschnitten sind, 2000 Boutaillen-Pfröpfe und 3000 Medicin-Pfröpfe schneiden. größtenteils nach Bremen, doch senden sie auch viele nach Braunschweig, Pyrmont und andere Oerter, so wie sie unter andern in diesem Jahre eine starke Liefe­rung nach Baltimore in Amerika gehabt haben. Ueber­haupt hat es ihnen noch gar nicht an Absatz gefehlt.“ (Oldenburger Hauskalender 1789).Aus den Briefen von Friedrich Cordes Sohn Christian Hinrich (1756 - 1828) geht hervor, mit was für Schwie­rigkeiten in diesem Geschäft zu rechnen war: Die Ge­brüder Marx aus Leipzig erteilten im November 1822 einen Auftrag über ‚Stöpsel der Nr. 3“, die Cordes aber nicht sofort liefern konnte, da seine Vorräte gänzlich aufgebraucht waren. Er versuchte an vielen Orten Korkholz in der benötigten Menge zu bekommen und mußte seine Hoffnung schließlich auf ein im Hafen von Bayonne liegendes Schiff konzentrieren daß allerdings noch mit schweren Gütern beladen werden mußte, um in Richtung Deutschland in See stechen zu können. Als das Schiff im Januar 1823 endlich in der Elbe ankam -die Weser war wegen des strengen Winters nicht mehr befahrbar - wußte Cordes nicht, ob die Gebrüder Marx überhaupt noch an seinen Korken interessiert waren. Sie gehörten aber auch später noch zu seinem festen Kundenstamm
In Bayonne gab es oft Probleme: Die Schiffe von und nach Bremen fuhren nur unregelmäßig, und Cordes mußte immer von vornherein ausreichend Platz auf dem jeweiligen Schiff für den so dringend benötigten Rohstoff mieten - auch auf die Gefahr hin, daß es in Bayonne zu Lieferengpässen kam, was oft passierte. Man mußte schon sehr geschäftstüchtig sein, um den Betrieb erfolgreich führen zu können; dazu gehörte auch, daß man die Kunden mit Materialproben belie­ferte, „Inliegend erhalten sie auch Mustercharte von meinen gewöhnlichen Sorten von Körken mit beige­fügten jetzigen äussersten Preisen derselben.“
Die Korkschneiderej war für die ärmeren Hasberger Bauern über Generationen hinweg ein rettender Ne­benverdienst. 1835 gab es in dem Dorf über 150 „Prop­pensnieder“. Die Arbeit war leicht zu verrichten und nicht ungesund, man brauchte wenig spezielles Werk­zeug - und es ist gut vorstellbar, wie ganze Familien bei schlechtem Wetter oder im Winter um das Feuer her­um saßen und sich beim Korkschnejden Geschichten erzählten.
 
 
Seite 328 : Handwerk, Handel und Industrie … gegründet wurde die Bierbrauerei 1851 auf dem „ Hohenberg“ im Bungerhof Dünengebiet von dem aus der Korkschneiderfamilie stammenden Christian Hinrich Cordes. 1859 ging der besitz auf Strodthoff über.
 
Seite 341 Hasbergen 1848 In einem Vertrag aus dem Jahre 1851 lösten die Stedinger Ortschaften ihre Dienstpflicht bei der Hasberger Mühle, gegen Zahlung von 1800 Th. Gold ab. 1854 fanden die Ablöseverhandlungen zwischen den bevollmächtigten des Kirchspiels Hasbergen, F. Plate Langenwisch, Chr. H. Cordes Hasbergen, und J. Stegemann Stickgras und den Vertretern der Adelsfamilie statt. ( Bericht im Delmenhorster Kreisblatt 7.4.1848). Etwa in der zeit schlg auch die Deutsch- Dänischen Auseinandersetzungen um Schleswig Holstein wieder Wellen. Das zeigt der folgende Aufruf : Hasbergen 20.06.1848 Die Unterzeichneten haben sich vereinigt , den zur Verteidigung des Vaterlandes unter Waffen stehenden Soldaten aus dem Kirchspiel Hasbergen, sowie deren Familien, Unterstützung angedeihen zu lassen. Für jede Gabe sind wir Dankbar Unterschrift C.H.Cordes Kirchspielvogt , Kirchhoff Steuereinnehmer, Lürßen Stegmann

 

 

Quelle Stadtbücherei DEL, Buch = Alt Delmenhorst  Bilder Erzählungen- Anekdoten Verlag Siegfried Rick
Hasbergen — Hochburg der Proppensnieder
Zu allen Zeiten mussten die „kleinen Leute“ unserer Heimat, die Köter, Brinksitzer und Heuerleute, um existieren zu können, eine Nebenbeschäfti­gung ausüben. Manche zogen nach Holland, andere fuhren zur See oder auf Walfang. Darüber ist schon ausführlich gesprochen worden. Aber auch die in der Heimat verbliebenen Personen, die Frauen, Kinder und Alten, die für schwere Arbeiten untauglichen Menschen, waren um zusätzliche Ein­nahmen bemüht. Lange Zeit spielte dabei das Spinnen eine gewichtige Rolle. Gesponnen wurde in vielen Haushalten der Kirchspiele Hasbergen und Altenesch, aber auch in Delmenhorst, für die Tuch- und Raschmacher in Delmenhorst. Die Tuchmacher (ab 1651) und auch die Raschmacher (Her­steller von Arras-Wolltuchen) (ab 1738) hatten einen bedeutenden Tuchhandel, der bis nach Norwegen, Holland und Amerika reichte. Dass die Spinner als Material-Zulieferer gefragte Leute waren, zeigt sich an einer Nachricht von 1735, in der es heißt, dass die Bremer Raschmacher den Del­menhorstern ihre Spinner abspenstig gemacht hätten. Gegen Ausgang des 18. Jahrhunderts aber ging diese Heimarbeit zu Ende, denn der Rückgang der Heidschnuckenherden hatte die Wollpreise erheblich klettern lassen und die Tuchmacher zur Aufgabe gezwungen.
Im Kirchspiel Hasbergen aber war inzwischen eine andere Heimarbeit auf­gekommen, die für mehrere Generationen große Bedeutung gewinnen sollte, das „Proppensnieden“. Wie diese Tätigkeit nach Hasbergen gekommen ist, darüber wurde im Oldenburgischen Staatskalender von 1789 ausführlich berichtet, deshalb sei dieser Bericht hier wörtlich wiedergegeben
„Von der Pfropfschneiderey zu Hasbergen. Vor ohngefähr 60 Jahr ließ sich NN. Cordes, gebürtig aus Beckeln im Amte Harpstede, zu Stuhr heuerlich nieder, dessen Sohn Friedrich in des Nachbarn Friedrich Hoyers Hause vielen Umgang hatte und bey dieser Gelegenheit das Pfropfschneiden von selbigem, welches er für den Kauf­mann Hensch in Bremen trieb, erlernete. Nachher kam der Friedrich Cordes bey nur genanntem Kaufmann, der ihn ferner in der Pfropfschneiderey unterrichtete und für den er auch anfänglich, wie er zu Stuhr heuerlich wohnete, arbeitete. Als er sich aber einige Jahre darauf nach Hasbergen wandte, und daselbst eine Stelle kaufte, fing er mit seinen Kindern den Kork für eigene Rechnung zu schneiden an. Dieses glückte ihm und bewog nach seinem vor einigen Jahren erfolgtem Absterben seine 6 Söhne, solche Profession fortzusetzen, wobey sie sich auch bis nun sehr wohl befunden haben. Bald war der Höhepunkt der Korkenproduktion überschritten. Die starke spanische Konkurrenz verdarb das Auslandsgeschäft um wenigstens das Inlandsgeschäft zu retten, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Schutzzölle zu erreichen. Als am 12. 7. 1879 der Reichstag ein solches Gesetz verabschiedete erschien ein Extrablatt des Delmenhorster Kreisblatts,
Gut daran beteiligt waren weiterhin die alten Hasberger Korkfabrj­kanten Familien Cordes und Lürssen. Lagen ihre Betriebe auch in Delmen­horst, sie zählten immer noch zu den Hasbergern. Noch heute erinnert man sich in Hasbergen an Hermann Cordes, genannt „lütje Hernmann“ und besonders an „Dick-Corssen“ der vierspännig durchs Dorf fuhr.
Die Firma Lürssen gab bei ihrem Wegzug nach Delmenhorst ein Gedenkblatt mit der Familien- und Firmengeschichte und zahlreichen Bildern heraus, das in manchem Hasberger Haus noch für Jahrzehnte unter Glas und Rahmen in der besten Stube hing Zu dieser Zeit hat in Hasbergen auch eine Korkschneider-Kapelle bestanden, denn bei sechs Steuerpflichtigen ist vermerkt „Korkschnejder und Musiker“. Nicht unerwähnt bleiben soll schließlich noch, welche enormen Auswirkun­gen der Entschluß des Friedrich Cordes, Korkschnejderei zu betreiben, für Delmenhorst gehabt hat. Delmenhorster Korkfabrjkanten waren es, die, um ihre Korkabfälle besser verwerten zu können, auf den Gedanken kamen, eine Delmenhorster Linoleum-Fabrjk ins Leben zu rufen. Bei der Entschei­dung, die dann 1882 zu Gunsten von Delmenhorst fiel, hat tatsäch1ich der erhebliche Anfall von Korkresten den Ausschlag gegeben. Überspitzt for­muliert hat also der Heuermann Cordes den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der Industriestadt Delmenhorst gegeben. Geahnt hat er das sicherlich nicht. Jetzt wohnen von diesen Gebrüdern Cordes: Christian Hinrich, Claus Hinrich, Wilcke und Wilhelm zu Hasbergen, Johann Friedrich zu Teich-hausen und Johann Hinrich zu Iprump, die alle in Compagnie arbeiten, worin sie ihres Vaters Bruder Wilhelm Cordes mit aufgenommen haben und die überhaupt aus 14 Personen bestehet. Haben sie viel zu tun, nehmen sie auch andere Hülfe zu, wie sie denn schon mit 26 Personen gearbeitet haben. Das Korkholz kaufen sie in Bremen, bezahlen für 1000 Pfund 90 bis 100 Reichsthaler und verbrauchten ohngefähr jährlich für 3000 Reichs­thaler Versteht einer sein Handwerk gut, kann er in einem Tage aus Kork ­Plancken, die noch nicht in kleine Stücke geschnitten sind, 2000 Boutail­len-Pfröpfe und 3000 Medicin-Pfröpfe schneiden. Schneidet er mittel­mäßig, kann er es nur auf 1200 Pfröpfe von der ersteren und 2000 von der letzteren Gattung bringen. Ihren Absatz haben sie größtenteils nach Bremen, doch senden sie auch viele nach Braunschweig. Pyrmont und andere Orter, sowie sie unter anderm in diesem Jahre eine starke Liefe­rung nach Baltimore in America gehabt haben.
Überhaupt hat es ihnen noch gar nicht an Absatz gefehlt. ihr Verdienst läßt sich um so weniger bestimmen, da sie selbst sich nicht darüber heraus lassen wollen und nur bis den Verdienst eines auf Rechnung schneidenden Arbeiters zu je 36 bis 40 gr. täglich angeben. Soviel ist indessen gewiß, daß diese Profession ihren Mann recht gut ernährt, da alle die sich damit beschäftigen, sicht­lich empor kommen Zu wünschen ist es also, daß dieser Nahrungszweig sich weiter verbreite, und diesen fleißigen Leuten Gelegenheit verschafft werde, ihr rohes Materiale aus der ersten Hand zu erhalten, und solcher-gestalt ihren Verdienst merklich zu erhöhen .“ Nach obigem Bericht und der Cordes‘schen Stammtafel darf man den Beginn der Korkschneiderei in Hasbergen wohl etwa mit 1750 ansetzen. Wilm Cordes, ( * 1697 + 1762 siehe Stammbaum) der Stammvater, zog 1723 nach Stuhr. Dort wurde (01.06.1731 bei den Fladdern siehe Stammbaum)  1731 sein Sohn Friedrich, der eigentliche Begründer dieses Erwerbszweiges, geboren. Als Erwachsener ist dieser nach Hasbergen gezogen und dort 1782 verstorben. Ebenfalls um 1750 begann in der Bywisch der aus Brokhuchting stammende Weinküfer Johann Lürssen mit der Korkschneiderei. Beide Familien übten das Gewerbe unabhängig voneinander aus. 1810 aber gab es eine Doppel­hochzeit zwischen beiden Familien, ohne daß die Konkurrenz aufgegeben wurde.Korken waren ursprünglich aus den Ländern des Mittelmeerraumes, in denen die Korkeiche wächst, fertig eingeführt worden. Bremer Weinhändler unter- nahmen dann in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts den Versuch, das Korkholz, die Rinde der Eiche, zu importieren und davon Korken im Lande herstellen zu lassen. Daß dieser Versuch gelang, zeigt der vorstehende Be­richt.Die „Proppensnieder“ holten ihren Rohstoff mit der Schiebkarre von der Bremer Schlachte, dem Anlegeplatz der Überseeschiffe, und brachten die fertige Ware mit dem gleichen Transportmittel zu ihren Abnehmern, den Bremer Weinhändlern, Bierbrauern und Apothekern. Bald aber wurde der Kundenkreis größer. 1781 ist von einer Lieferung von 2,2 Millionen Korken an die Brunnenfirma Selters im Taunus die Rede. Mit dem Kundenkreis wuchs auch die Zahl der benötigten Arbeitskräfte. Immer mehr Verwandte und Nachbarn der Korkschneiderfamilien wurden zur Hilfeleistung heran­gezogen. Die Arbeit war weder schwer noch ungesund. Man benötigte keinen großen Arbeitsraum und nur wenige Werkzeuge. Lediglich einige Geschicklichkeit war erforderlich. Doch auch die weniger Geschickten, selbst die Kinder, fanden Arbeiten, die von ihnen verrichtet werden konnten.Die Korkschneiderei war reine Heimarbeit, die von den meisten in der ruhigen Zeit, bei schlechtem Wetter oder in den Wintermonaten, betrieben wurde. Wie es im Arbeitsraum eines Korkschneiders aussah, wissen wir aus verschiedenen Aufzeichnungen des vorigen Jahrhunderts. Um einen niedri­gen Arbeitstisch saß die ganze Familie. Jeder hatte ein langes Zuschneide­messer und ein besonderes Messer zum Runden der Korken. Von größter Wichtigkeit für ordentliche und schnelle Arbeit war die Schärfe des Messers. Am rechten Bein war ein Lederlappen, der Knielappen, befestigt, an welchem die Messer in kurzen Abständen geschärft wurden. Ein Brustpanzer aus Korkholz, das so genannte Brustholz, sollte vor Verletzungen schützen. Mei­stens war er von vielen Einschnitten völlig zerhackt. Am Tisch hing eine kräftige Speckschwarte, auf der die Messer nach dem Abziehen geglättet wurden, damit sie im trockenen Kork nicht stockten oder knirschten. Im übrigen waren noch eine leichte Karre — für den Transport von 100 bis 150 Pfund Korkholz — und eine Anzahl schneeweißer Säcke, sowie einige Körbe für die Fertigware erforderlich.Die Korkplatten wurden zunächst abgeborkt, dann in Streifen geschnitten und schließlich in kleine quadratische Blöckchen geteilt. Diese wurden ge­rundet, d. h. das Messer wurde ruhig gehalten und das Korkholz um das Messer geführt. Zuletzt kam das „Afkoppen“, das Glätten der Enden. Das Schneiden großer Korken erforderte erheblich~ Finger- und Schulterkraft. Alles wurde mit freier Hand und nach Augenmaß ausgeführt. Wesentlich für rationelles Arbeiten war die Arbeitsteilung. Jeder schnitt die Korken­sorte, die ihm am besten lag. Das brachte auf die Dauer eine erstaunliche Geschicklichkeit, die manchen Arbeiter dazu befähigte, jährlich eine halbe Million Korken zu fertigen. Frauen und Kinder schnitten meistens die klei­nen Medizinkorken Daß sich mit dem Korkschneiden einiges verdienen ließ, zeigte sich an der Familie Cordes. War Friedrich Cordes einmal als Heuermann nach Has­bergen gekommen, so wird er später bereits als Baumann zu Bungerhof erwähnt. Von seinen Söhnen übernahm einer den Bau in Bungerhof, ein an­derer wurde Baumann in Hasbergen. Die übrigen waren Brinksitzer. Da­neben aber werden alle als Korkfabrikanten bezeichnet. Nach einer Kirchen­bucheintragung von 1825 ist in diesem Jahre „Christian Hinrich Cordes, halber Baumann und Brinksitzer zu Hasbergen gestorben. Ein sehr frommer und thätiger Mann, und der Gemeinde höchst wichtig als Gründer der hie­sigen Korkfabrik“. Tatsächlich waren diese Korkfabriken reine Sammel­stellen für die von einer ganzen Anzahl Familien in Heimarbeit gefertigten Korken, keine Produktionsbetriebe. Nach Kohli gab es 1816 vier davon in Hasbergen. Neben den Gebrüdern Cordes gehörte eine davon der Familie Lürssen. Im Kirchenbuch wird 1821 ein Lürßen als „Brinksitzer, Lack- und Korkfabrikant zu Bywisch“ genannt. Die Lackfabrik erwähnt Kohli als „Siegellack-Fabrik, die gute Fabrikate und guten Absatz nach Bremen hat“. Aus den kleinen Sammel- und Verteilungsstellen der Familien Cordes und Lürssen in Hasbergen entstanden bald gewichtigere Firmen
Im Jahre 1843 schlossen sich die Unternehmen Hermann Cordes, E. Cordes und Sohn, W. Cordes und C. H. Cordes zur gemeinsamen Firma Gebrüder Cordes und Söhne zusammen. Bald wurde daraus die bedeutende Firma Cordes und Elgaß. Der umfangreiche Schriftwechsel der Vorgängerfirmen aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts liegt noch heute wohl verwahrt beim Delmenhorster Heimatforscher G. von Lindern.
1880 gab es rund um Delmenhorst etwa 1 000 Korkarbeiter, die etwa 280 Millionen Korken fabrizierten. Davon entfielen auf die Firma Cordes und Elgass etwa 50 Millionen, die zu zwei Dritteln ins Ausland gingen  Ebenfalls gut entwickelt hatte sich die Firma Lürssen in Bywisch. Nach Strei­tigkeiten aber wanderte dieses Unternehmen 1848 nach Delmenhorst ab.Bereits einige Zeit vorher war eine weitere Korkfabrik innerhalb des Kirch­spiels Hasbergen entstanden. Der Landwirtssohn Hinrich Tönnjes, aus einer seit Jahrhunderten in der Bywisch ansässigen Familie stammend, hatte im Elternhaus das Korkschneiden erlernt. Nach Eheschließung und Umzug nach Gr. Emshoop übte er es weiterhin für einen Bremer Weinhändler aus. 1831 aber erwarb er für 450 Rth. in Stickgras eine Brinksitzerei, in der er neben der Landwirtschaft eine Korkfabrik, eine Verteilungs- und Sammelstelle für Heimarbeiter, einrichtete. Seine Heimarbeiter fand er im Raume Iprump, Stickgras, Varrel und Mackenstedt. Etwa ein Jahrhundert lang hatte sich die Korkschneiderei auf die Kirch­spiele Hasbergen und Stuhr beschränkt. Noch 1835 gab es in Hasbergen 150, in Stuhr 100 und in Delmenhorst nur 4 Korkschneider. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts aber wurde, beginnend mit dem Umzug der Firma Lürssen, Delmenhorst zur Zentrale der nordwestdeutschen Korkschneiderei. Die Kirchspiele Hasbergen, Stuhr, Mackenstedt, Brinkum, Schönemoor und Ganderkesee lieferten ihre Produkte an diese Zentrale. Gleichwohl ging die Hasberger Korkschneiderei deshalb nicht zurück. 1858 führte Böse für dieses Kirchspiel immer noch vier Korkfabriken mit 134 Heimarbeitern auf. Ins­gesamt aber lebten in Delmenhorst und Umgebung etwa 1000 Familien ganz oder zum Teil von der Korkschneiderei.Die Korkschneider der frühen Zeit waren ein besonderes Völkchen. Das jedenfalls ergibt sich aus verschiedenen Berichten. Betrachten wir einmal, was Franz Poppe damals über sie schrieb: „Unter den Korkschneidern herrscht ein gewisser Corpsgeist, ähnlich wie bei den Schneidern und Zigarrenmachern, ein Unabhängigkeits- und Freiheitsgefühl. Die Kinder sind schon früh selbständig. Sie zahlen den Eltern Kostgeld. Die wöchentliche Auszahlung des Lohnes und die häufigen Touren nach Delmenhorst führen bei manchen zum Trinken und Kartenspielen. Auch ist die Frühheirat üblich, da der Ver­dienst es erlaubt. Gute Arbeiter können ein kleines Vermögen erwirtschaften. So ist das Korkschneiden eine Wohltat für die betreffende Gegend. Sie wird aber von Jahr zu Jahr weniger lohnend, weil das Rohmaterial in den letzten zehn Jahren um 10 bis 20 Prozent gestiegen ist, während die Konkurrenz die Preise in der gleichen Zeit um 10 bis 20 Prozent drückte. Die Fabrikation geht deshalb auf die feinen und feinsten Sorten und auf das Überseegeschäft“ Mit der drückenden Konkurrenz war die maschinelle Fabrikation gemeint. So stand in Delmenhorst bereits im Jahre 1850 die erste deutsche Korken­maschine. Hier war es insbesondere die Familie Lürssen, die groß ins Ge­schäft stieg. Sie beschäftigte 500 bis 600 Heimarbeiter. Bald holten eigene Schiffe das Korkholz aus den Mittelmeerländern.Die Firma Cordes und Elgass blieb bis 1874 in Hasbergen, dann siedelte auch sie nach Delmenhorst über. Dort gab es inzwischen eine Reihe von Be­trieben. 1865 werden sechs Fabriken mit zusammen 527 Arbeitern genannt. Sie verarbeiteten jährlich rund 500000 Pfund Kork zu 180000 Pfund Kor­ken für das Inland und rund 8000 Pfund Korken für das Ausland. 1875 gab es in Delmenhorst 19 Hauptbetriebe und einen Nebenbetrieb, dazu 7 Fabri­ken. In Hasbergen wurden noch 4 Hauptbetriebe und ein Nebenbetrieb gezählt. Weitere Betriebe gab es in Stuhr, Altenesch, Schönemoor, Ganderke­see und Hude.

 

       

aus dem Adressbuch Delmenhorst  1890 – 1911
Bernhard Korkschneider, Schönemoorerweg 45
Bert. Reutn. Orthstraße 41
Chr. H.H. Korkfabrikant Oldenburger Ch. 33
Chr. H. Korksch. Hasbergerweg 86
Dietrich Arb. Dwoberg 22
Elisabeth Spinnerin Privatweg 4
Friedrich Gärtner Fabrikhof d.w.
Georg Uhrmachergeh. Westl. Langenstraße 145
Heinrich Knecht Westl. Langenstraße 174
Herm. Korkschn. Moorkamp 115
Joh. F. Arb. Tappenort 155
Joh. Heinr. Korkfab. Östl. Langenstraße 59
Karl Heinrich Korkfab. i. Firma Cordes u. Ellgaß Ortstraße 41
Marie Rentnerin Oldenb. Ch. 79
Verw. Meta Oldenb. Ch. 54
Minna F. Arb. Gr. Kirchstraße 19
Wilhelmine F. Arb. Kuhweg 147
Cordes u. Ellgaß Ha. ( Inh. K.H. Cordes u. Lorenz Ellgaß Korkfabrik u. Mineralwasser Export Ortstraße 41
1902 – 1903
Bauernschaft Ipump
Cordes Heinrich Schumacher
Cordes Hinrich Brinksitzer
Bauernschaft Bielstedt
Cordes Albert Rentner
Bauernschaft Schohasbergen
Cordes Ludwig Landmann
Bauernschaft Stickgras
Cordes Hinr. Heuermann Dauelsberg
Bauernschaft Deich und Sandhausen
Cordes Diedrich Heuermann Weissenfeld
Cordes Diedrich Heuermann u. Arb. Deichhausen
Cordes Gerhard Eign. U. Fabrik. Sandhausen
Cordes Johann Eign. U. Arb. Deichhausen
Bäckereien und Kolonialwaren
Cordes H. Iprump
Adressbuch 1902 – 1903
Cordes August Bahnarbeiter Oestl. Stadtgebiet 1 Nr. 171
Cordes August Linoliumdrucker Oestl. Stadtgebiet 1 Nr. 5
Cordes Elise Verw. Nördl. Stadtgebiet 97
Cordes Carl Heinrich, Karkfabrikant, Stedingerstraße 12
Cordes Christ. Hinr. Fabrikbeamter Deichhorst 62
Cordes Christian Korkschneider Oest. Stadtgebiet 5
Cordes Christoph, Arb. Deichhorst 25
Cordes Ernst, Verwalter Stedingerstraße 12
Cordes Friedrich F. Arb. Nördliches Stadgebiet 52
Cordes Georg Handl. Geh. Langestraße 114
Cordes Georg Bäckermeister Nördliches Stadtgebiet 29
Cordes Hermann Fabrik. Südl. Stadtgebiet 29
Cordes Johann friedrich August F. Arb. Hinter der Graft 1
Cordes Hinrich Bauarbeiter Bremer Chaussee 162
Cordes Johann Drucker Nördl. Stadtgebiet 88 a
Cordes Johann Schlosser Stedingerstraße 60
Cordes Margarethe Verw. Rentnerin Deichhorst 127
Cordes Marie Verw. Fabr. Arb. Nördl. Stadtgebiet 26
Cordes Marie F. Arb. Koppelstraße 27
Cordes Theod. Gerh. Heinr. Stationsarb. Louisenstraße 11
1912 – 1913 Telefon Register Delmenhorst Seite 361
Cordes H.J. Mühlepächter und Landwirt Hasbergen Tel. 402
Cordes und Elgaß Korkfabrik Stedingerstraße 175 Tel. 330
1913-1914
Cordes Hermann Landwirt, Anna Haustochter,  Moorkampstraße 56
Cordes Hermann Arbeiter, Dietrich Dienstknecht, Brauenkamperweg 89
1919 – 1920
Cordes Katharina Verw. Geb. Oekermann , Cordes Margarethe geb. Niehaus Verw. Diedrich Knecht  Moorkampstraße 56
( noch 30 weitere Cordes)
 
 
 
 
 
 
 
 
Haus + Hof
Schafkoven“ an, das zu allen Zeiten zwischen Delmenhorst und Hasbergen streitig war. (1681 „Schapskoven“). Hier lag die „gräfliche Schäferei“ des Vorwerks Delmenhorst. 1845 gehörten die sieben Häuser in der Nähe des Weges zu Hasbergen, die drei abseits gelegenen zu Delmenhorst. In der Nähe befand sich der „Papagoys Bome“ (1676), bei dem die Delmenhorster ihre Schießwettkämpfe abhielten. Wenden wir uns nun dem Raume westlich der Delme und Weise zu, dem Bezirk „Bungerhof“. Bungerhof war ursprünglich nur der Name eines gräf­lichen Meierhofs, der 1532 genannt wird. Er lag, ein wenig losgelöst vom übrigen Dorf, am westlichen Ende von Hasbergen. Entlang der Delme, gegenüber vom Donneresch, finden sich die Flurnamen „im Brook“, „Brok­kamp“, „große und kleine Marsch“, „mittelste und letzte Marsch“ (1575 „de Mersch“), die „Marschkämpe“, die alle die niedrige Lage des Landes andeuten, durch das sich bei Überschwemmungen das Wasser den Weg bahnte, der im Volksmund „de Löp“ genannt wurde. Im Norden schließt sich an die Niederung das Hasberger Dünengebiet, genannt „in‘e Barge“, an. Hier hatten die einzelnen Erhebungen ihre Namen, so der an Hasbergen grenzende „Osterberg“, der „Sünnenbarg“, der „Hasenberg“, der „Hohe Berg“, „Sühr Bargen“ und die „Vier Berge“. Hier lagen auch „de Ruge Mutz“, „de Ruge Hot“, „Braues Fuhren“, das Gebiet „am Sand“, der „Sonnenkamp“ und der „Heidkamp“.
Westlich der Marsch und südlich der Dünen lag die „Bungerhofsheide“ mit der „Schönemoorer Gemeinheit“, in der Nähe von „Brakkampsort“. Dort waren die Flurnamen schon rar. Das gleiche kann man für die westlich an­grenzenden „Heidkämpe“, die „Deichhäuser Heide“, sagen, die bis an den „Schönemoorer Weg“ (Schönem. Straße) und noch darüber hinaus reichte. In dieses Gebiet führte der „Kuhweg“ (Friedensstraße). Am nördlichen Rand verlief „der Heidleute Mühlenweg“ (H.-Allmers-Weg). Die Bezeichnung „übern Weg“ galt den wenigen Häusern westlich des Schönemoorer Weges. Am Mühlenweg lag noch „Fastenaus Kamp“. Neueren Datums ist sicherlich der Name „Schneeplog“, der den alten Liegeplatz des Schneepfluges be­zeichnet, mit dem die Ochtumer Straße (Stedinger Straße) geräumt wurde.Nach Norden hin schließt sich an Deichhäuser Heide das ehemals Hasberger Gebiet „am Heidkamp“ (früher „die Heidkämpe“) an. Auf älteren Karten führt das hier bereits bewirtschaftete Land die Bezeichnung „Windpennig“ (1681 „auf dem Winpfennig“), was wohl damit zusammenhängt, daß auf diesen sandigen Äckern nicht mehr als Pfennige zu gewinnen waren. West­lich an dieses Land grenzte das Gebiet „über der Schafbrücke“. Die „Schaf­brücke“ selbst überquerte den Moorgraben bei Hemmelskamp. Der Hof „Hemmeiskamp“ (genannt 1233) ist uraltes Kulturland und sein Gebiet daher reich an Flurnamen. Hier liegen mehrere Braaken. So der „Geigensee“, auch „Große Braake“ genannt, die „Kruschen Braake“ (wohl Karauschenbraake) mit dem „Fischteich“ und, in einiger Entfernung, die „Schwarze Braake“.
Ganz im Westen, an Schönemoor grenzend, liegt „Hullen“, mit dem „Deich­land“, den „Hesterkämpen“, dem „Huller Fuhrenkamp“, dem „kleinen und großen Mömenkamp“, dem „Buschbrook“, der „ersten und der letzten Kuhweide“, dem „Stubbenkamp“, dem „Dreckbrook“, dem „Haferkamp“, dem „neuen Kamp“ und dem „Elschen Ort“.Das Ackerland des Hofes ist „das Feld“ mit den Flurnamen „Haferland“, „letzter Kamp“ und „letzter Buschkamp“. Dort verläuft auch der „Fludder­deich“ und der „Krumpeldeich“, der jenseits der Schwarzen Braake auch „Roggendeich“ genannt wird (1743 Roggteich). Jenseits des Geigensees liegt „im Krumpel“ und „Noorsholt“. Östlich an das Feld grenzt das „Weissen­feld“ (1510 „im Wittenfelde“) und das Gebiet „auf dem Sande“ mit den Flurnamen „Große Sandweide“, „Buschweide“, „Haferweide“, „Dümmer“, „Kleikuhle“, „Große Kuhweide“, „an der Feldstraße“, „drei Stükken“, „in der Wurth“ und „im Kamp“.Vom Hof Hemmelskamp aus in Richtung Stedingen liegt das Gebiet „die Gruppen“ mit den Flurnamen „Haferland“, „Buschkamp“, „Deichfeld“, „großer und kleiner Achterkamp“. Zum Teil handelt es sich dabei um ehe­malige Vorwerksländereien, die der Besitzer von Hernmelskamp erst 1855 von v. Witzleben gekauft hat. Als Brinksitzersiedlung ist zwischen Hemmelskamp und Hasbergen „Neuen­deel“ entstanden (1576 „im Noyen Dele“, 1698 „Neuentheils Campe“). Die Flurnamen sind hier nicht allzu zahlreich. Genannt werden „die obersten Stücke“, „Kuhlen“ und „im Sande“. Erwähnt wird für eine Halbinsel in der „Großen Braake“ auch der Name „Roggendeich“. Nördlich der Braake liegt der „Stedinger Sodenstich“.Bei Neuendeel findet sich der „Postkamp“ (1575 Pöstelkamp, 1653 Pistel­kamp), der seinen Namen vermutlich vom Porststrauch hat. In Richtung Hasbergen ist dann noch das „Westerfeld“, eine der Hasberger Ackerfluren, verzeichnet (1698 „Westerfelde“). 1698 lagen hier auch die Acker „bey dem Horne Busch“ und „nach dem Mohrgraven“. Der Handriß von 1844 ver­zeichnet das „kleine Westerfeld“, das „Rahland“, den „mittelsten Kamp“, den „Postenkamp“ und den „Heidkamp“. Damit sind die Gebiete rund um Hasbergen erfaßt. Wenden wir uns nun der Bauerschaft Sand- und Deich­hausen zu. Das Dorf Sandhausen wird bereits 1450 als „tom Santhus« erwähnt. Am Wege von Neuendeel nach dort, der bei der jetzigen Kurve der Stedinger Straße geradeaus zum „hogen Diek“ oder „Fluthteich“ (1746) führte, lag unmittelbar am Deich „Schweinekoven“ (1750 „beym Schweinkoven“, 1851 „Schweinekoben“). Diese Bezeichnung kommt von den herrschaftlichen Schweinekoven, die sich hier für die in der Oditumniederung weidenden Schweine befanden. Zwischen der Weißenfeld-Braake und Sandhausen liegt der „große Kamp“, nördlich davon der „Dubenbrook“. Ein Stück Land an der Braake ist der „Lattenbusch“ und die „Weidewisch“. Im Bereich der Braake liegen auch noch der „kleine Roggendiek“, der „Ahlkamp“, die „Milchstedte“ und „Mestersland“. Auf dem „Kummerkamp“ steht heute die Sandhauser Schule. Weiter nördlich finden sich die Flurnamen „Achterland“, „aufn Stücken“ und „Weiddämme“. An der Grenze gegen Deichhausen liegt innen- und außendeichs der „Leckerbäten“.Deichhausen wurde ursprünglich „Dickhusen“ (1575) und dann „Teichhau­sen“ genannt. Die hier älteste, immer wieder genannte Flurbezeichnung ist „im Diekfelde“ oder „Dickfelde“ (1510). Von Deichhausen aus führte die „Feldstraße“ nach Siiderbrok. In Richtung Stedingen ist die „Ochsenweide“ verzeichnet. Der Ortsteil zwischen Deich und Straße wird „am Heerweg“ genannt. Weitere Flurnamen sind „auf der Wurth“, „Köterweide“, „auf dem Sand“, „unterm Deich“, „Hamm“ und „Papenstück“. Westlich der Straße liegt „aufm Feld“, „lange Weide“ und „über der Chaussee“.
Reich an Flurnamen ist auch die Ochtumniederung, das Außendeichsland, zwischen Varreler Bäke-Mündung und Ochtumer Sand. Beginnen wir am Ochtumer Sand. Dort liegt rechts der Ochtum ein größeres zu Hasbergen gehörendes Gebiet. Hier ist der „Willenberg“ (1450 „de Wildenberch“, 1681 „auf dem Wildenberg“), der teilweise zum Vorwerk Delmenhorst gehörte. Außerdem „Heeden“, „Woltjens- oder Bauleute-Wisch“, „Köterwisch“, „Klinkwisch“, „Krumme Wischen“, „Hasenbürener oder Oldenburger Wi­schen“.Links der Ochtum liegt „der hohe Willenberg“ (1681 „am hohen Wildenberg“), die „Deichhauser Bucht“, der „Deichhauser Buschen oder Dobben“, das „Deichhauser Gemeindeland“, der „Ohlendiek“ oder „Deichhauser Altendeich“, die „Reinswischen“ und die „Ochtumplacken“. „Kuhlenstreek“ „Lünsbrake“ und „Holibrake“ sind Entwässerungszüge. In der Höhe von Sandhausen liegt der „Leckerbäten“. Zu Hasbergen gehört die „Nordwisch“ (1510 „Nordwisch“) mit den „neuen Kämpen“, der „langen Weide“ und den „Anschüssen“ (1698 „lange und kleyne Weide in der Nordwisch, Nedder­oder Gemeine Weide“). Teil der Nordwisch ist auch der „Sandenkamp“ (1874 „Sandkamp“) mit dem „Sandenkampsdeich“.
Zwischen Delme und Aue folgen dann „die Bredenwischen“ und östlich da­von die Ländereien „auf der Wisch“, zu denen von Hasbergen aus die ~Wischstraße“ führt. Die dortigen Flurnamen „Ahlers“, „Kohlgarten“ usw. wurden bereits im Zusammenhang mit Hasbergen aufgeführt. Genannt wer­den müssen aber noch die „Diekkämpe“, die „alte Ochtum“, der „Schohas­berger Mühlenpiacken“ und die rechts der Ochtum gelegenen „Schohasberger Wischen“. Zwischen Schohasbergen und der Ochtum liegen die Fluren „Löskamp“, „Diekkämpe“ und „die Höge“. Die Flurnamen sind hier zahlreich. Im Ge­biet „Löskamp“ finden sich „aufm Felde“, „Kuhweide“, „die Höge“, „korte Kamp“, „oberstes und nedderstes Heuland“, „HeulandskamP“, „Hohnholz­kamp“, „Dresch“, „aufm Kamp“, „Fulriede“, „oberster, nedderster und großer Weidekamp“, „Kükenskamp“, „neuer Kamp“, „oberste und ned­derste Dreistücke“, „Gehrenkamp“, „Pferde-Löskamp“ und „Heulands­Löskamp“. In den Diekkämpen liegen „Löskamp“, „Pferdeweide“, „in der Pferde-weide“, „im großen Kamp“, „Haferland“, „oberste und nedderste Veriken“, „oberste und nedderste Wilhofe“, „Warf“ und „im großen und kleinen Heuland“. Die Höge verzeichnet die folgenden Flurnamen: „aufm Brink“, „Hafer­kamp“, „ole Höge“, „im kleinen Heuland“, „drei Stücke“, „hinter der Scheune“, „Mengels Höge“, „auf der Höge“, „nedderste Kuhweide“, „im Hauland“, „kleine und große Pferdeweide“, „nedderste Wurth“, „Pferde­weide“, „Dobbenfleth“, „im Heuland“, „aufm Felde“, „vorm Hause“, „die Höge beide Stücken“, „auf der Kuhweide“, „vier Stücken“ und „hinter der Scheune“.Das Dorf „Schohasbergen“ hieß, wie an anderer Stelle ausführlich bespro­chen, einst „Schadehasbergen“, dann „Schahasbergen“. In der Reihe der Höfe des Dorfes hat heute nur noch der am weitesten östlich gelegene einen Namen, nämlich „Hohweide“ (1701 „auf der Hohenweide“). In älterer Zeit war das anders. Erwähnt wird 1438 die „Elhornsbuwe“ und 1518 der „Brantkamp negest der Botterhoben“. Südlich des Dorfes liegen mehrere Einzelhöfe, die ausnahmslos besondere Namen führen. Da ist der Hof „Uhlenbrok“ (1451 Ulenbroke) und der Hof „Bauensau“ (1451 „de Baghensawe“). Von Interesse ist hier, daß ein Hof vor den Toren der Stadt Wildeshausen die gleiche Narnerisentwicklung durch­gemacht hat wie letzterer. Weitere Hofnamen in diesem Raum sind „Schloß“ und „auf der Bäke“. Als Flurnamen im Gebiet von Schohasbergen sind über­liefert: „Die Heidstücke“, „Partweel“, „Uhlenbroker Feld“, die „Fuhlen­riehe“, die „Freistatt“ (Freestäer), der „Karkhoff“, der „runde Kamp“, der „Ortkamp“, „im Hofe“, „aufm Felde“, „wösten Bau“, „auf der Wurth“ und „Grasort“. Ferner „oben der Straße“, „Grashof“, „Pferdewisch“, „Brande“, „Kuhweide“, „Haberkanip“, „aufm Kamp“, „neuer Kamp“, „Mengelsiand“ „Scheunenkämpe“ „Straßenkamp‘« „hintere Weide“, „hin­terer Kamp“, „die Siegen Hinterkämpe“, „in den Kuhlen“, der „große hoge Hinterkamp“, der „hohe Hinterkamp“ und „hoher und niedriger Achterdejch“ Als Brinksjtzerdorf ist in der Nähe von Schohasbergen „Brandhöfen“ ent­standen (1643 „auf dem Brandhövel“, 1726 „Branchöven“, 1772 „zum Brand Hövel“). In diesem Raum entwickelte sich in der Nachkriegszeit auch die Siedlung „Alrusch“, die diesen Namen nach dem Flurnanien „auf dem Alrusch“ erhielt. In Brandhöfen liegt auch der „Hexenort, -kamp oder-deich“, an dem es nicht ganz geheuer sein soll. Ein anderer Flurname ist „auf dem Bult“, und zwischen „Uhlenbroker Fleet“ und Varreler Bäke liegt der „Haßkamp“. Weitere Namen sind „Vorkamp“ und „auf der Riede“. Südlich an Brandhöfen schließt sich „Tannen“ an, das ursprünglich „Dannen“ hieß und eine Niederungslandschaft bezeichnet. Dieser Name begleitet die Heidkruger Bäke bis zurBywisc}i und nach Schafkoven. So gibt es bei Brand-höfen „Dannen“ und das Land „an der Danne“. Bei Hullen liegt im Süden und Osten „die Danne“ und die „oberste und unterste Danne“. In der Nähe finden sich auch „der kleine Weidekamp“, der „oberste Kamp“ und „hintern Hullen“. Auch in Iprump nördlich des Heerweges taucht die Bezeichnung „auf der Dannen“ mit den Flurnamen „Kamp übern Weg“, „Moorkamp“, „Kohihof“, „Wühren“, „Anschuss“ und „aufm Kamp“ auf. Wir finden in diesem Raume auch noch die „Vahlenwiese“ (Vahlenwisch) und den „Kirch­deich“, der der Kirchweg der Iprumper war. Uralt ist auch das Dorf Iprump (1335 Yprumpe). Der Name wird als Stelle, an der bei Überschwemmungen das Wasser anbrandete, gedeutet. Nach anderer Auffassung geht er auf den Ruf der hier einst verbreiteten Rohr­dommel „0 prump“ zurück. Mit dem Wasser hat der Name sicherlich zu tun, denn er wiederholt sich an der Hunte, östlich von Oldenburg. Auch zwei Hofnamen deuten die niedrige Lage an, nämlich der „Ellernhof“ (Erlenhof) nördlich der Bahn und „Ellern“ unmittelbar südlich der Straße. Seit 1311 wird das Dorf vom ~‚Heerweg“ nach Bremen durchschnitten, deshalb wird noch heute von „Buckmann an‘n Heerweg“ gesprochen. Die Zahl der Flurnamen ist beachtlich. Die Flur „im Felde“, die sich nördlich und südlich der Straße erstreckt, hat im nördlichen Teil die folgenden Namen aufzuweisen:„Die kleinen und großen Straßenkämpe“, der „Hingstkamp“ der „große und kleine Annenkamp“, der „mittelste Kamp“, der ~‚Bohnenkamp“ der„Siligkamp“, der „Fleskamp“, der „Kuhlenkamp“, der „hohe Mittelkamp“, der „Mühlenkamp“, die „Brömmelhöfe“, der „große, kleine und mittelste Diekkamp“ und der „Kuhlen-Diekkamp“. An der Grenze gegen Bremen liegt die ehemalige Zoll- und Grenzstation „Varrelgraben“. Hier wird 1420 das „Bokelland“ mit dem „groten und luttiken Bodo“ erwähnt. Die Flur „im Felde“ südlich der Heerstraße verzeichnet die folgenden Flur-namen: „Gaskamp“, „Steskamp“, „Diekkanip“, „Kälberweide“, „Pferde­weide“, „am Deiche“, „oberste und neederste Langenstücke“, „auf der großen Höge“, „Grashöge“, „kleine und große Pferdeweide“, „Ellerbrok“, „Stop­pelhöfe“, „Eickhorst“, „Faulenkamp“, „kleiner Diekkamp“, „Alkcnkamp“ „Fedderplacken“, „kurzen End“, „mittelster Kamp“, „Kohlhof“, „alte Weide“ und „großer Distelkamp“.
Die Flur „im Moor“, die westlich der letztgenannten und südlich der Straße zu suchen ist, hat den „kleinen Distelkamp“, den „Schlackenkamp“, den „Straßenkamp“, „Wuhrde“ und „in der Wühre“ aufzuweisen.Der heute nach Westen angrenzende Bezirk „Heidkrug“ war noch bis zur Zeit der Jahrhundertwende nicht vorhanden. Der Name bezog sich auf das uralte Wirtshaus „Heydkrug“ (1729). Erst durch den Bau des Bahnhofs erhielt dieser Teil Iprumps eine erhebliche Bebauung und bald darauf den neuen Namen. Westlich von Heidkrug dehnte sich einst bis zum Bremer Tor die weite „Delmenhorster Heide“, mit den „Heidkämpen“. Nördlich der Straße lag das „Dannenland“.
Südlich von Heidkrug, im Osten begrenzt durch die Heidkruger Bäke, fin­den wir die Flur „Langenwisch“, die ihren Namen nach dem gleichnamigen Gut erhalten hat (1450 — „to der langen wisch“). An Flurnamen sind hier aufgeführt: „In der Heide“, „Fuhrenkanip“, „im Schlae“, „aufm Kamp“, „aufm Placken“, „aufm Iprumper Land“, „große Wiese“, „neue Kämpe“, „Feld beim Haus“, „Rövehof“, „Wiesen an der Beeke“, „am Weg“, „vor der Beeke“, „Düßmannskarnp“, „Emshooper Land“, „Sandhafer“, „Watters­kamp“, „aufm alten Kamp“, der „alte Heidkrugskamp“, „das Feld“, „klei­ner Brook“, die „Heide hinterm Feld“, „aufni neuen Kamp“, „Hesterort“, „aufm Heidstück“, „vor der Rülken“, „in der weißen Riede“, „Gemeinheits­heide“, „Ahlenkamp“, „fünf Stücke“. Wo die alte Eichenallee des Gutshofes endet, geht es nach rechts „öbern Voßbarg“ in Richtung Heidkrug. Links stand bis in den 2. Weltkrieg hinein „der Kohboom“, das Haus des Melkers. Gegen­über davon, jenseits des Schulweges, war „die Rottkuhle“ und hier liefen auch, zu beiden Seiten eines Fußweges, zwei breite, tiefe Gräben, der „Hexen­graben“. Am Ende der Allee begann die „Schaftrift“, über die die Schafe zum „Brandpohl“ und zum „Pickmoor“ getrieben wurden. Das war das Gebiet „auf der Heide“ (1734 „von der Heyde“). Hier lag auch „Sorgen­

 

 

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